Christa Hoffmann
6. Dan Judo
Judo-Abteilungsleiterin
und Judo Chef -Trainerin im
K.J.C. Ravensburg

88289 Waldburg
Hauptstr. 14
Tel.: 07529/911057
Fax: 03212-1045844
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Durch gegenseitiges Helfen zu beiderseitigem Wohlergehen.

Kalligraphie ZenkreisI N D E X
 
Judo und PädagogikJudo & Pädagogik
Judo-WerteJudo - Werte
Ehrennadel in Gold vom WLSBEhrennadel in Gold vom WLSB - 1999
Ehrennadel in Silber vom Württembergischen LandessportbundEhrennadel in Silber vom Württembergischen Landessportbund - 2009
Auszeichnung verdienter SportfunktionäreAuszeichnung verdienter Sportfunktionäre - 1995
Das InterviewDas Interview mit Annika Golz
Verleihung zum 6. DanVerleihung des 6. Dan - 2004


Judo und Pädagogik

Judo ist nicht nur ein Techniksystem sondern Erziehung nach dem Judo philosophischen Hintergrund:

" Grundsatz des bestmöglichen Gebrauchs von Geist und Körper "

und der

" Grundsatz des gegenseitigen Helfens zum beiderseitigen Wohlergehen" .

Judo ist ein Weg zum rücksichtsvollen Umgang mit sich und anderen.
So lernt man, seine Kräfte zu dosieren.
Ganz wichtig erscheint dies in einer Zeit in der bei Kindern eine

" Vergröberung der Sinneswahrnehmung "

zu erkennen ist.

Wenn die Sinne abstumpfen, steigt auch die Bereitschaft zur Gewalt.

Hier bietet sich gerade beim Judo eine Möglichkeit, etwas entgegenzusetzen, gewaltpräventiv zu wirken.

Ein Erfahrungsweg nicht nur für selbstbewusste, selbstsichere, motorisch begabte, physisch und psychisch robuste Kinder sondern auch
für die Ungeschickten, Gehemmten, Ängstlichen und Unsportlichen die Hilfe am nötigsten brauchen.

In der direkten körperlichen und fairen Auseinandersetzung werden Erfahrungen vermittelt, die anderswo nur schwer gemacht werden können.

Treiben Sie Judo !

Treiben Sie vor allen Dingen Sport.

Der KJC bietet Ihnen eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten.

Sollten Sie sich für Judo entscheiden, dann kommen Sie zu uns. Wir freuen uns auf Sie und/oder auf Ihre Kinder.


 

Anläßlich der Jubiläumsfeier "25 Jahre Judo mit Christa" im KJC Ravensburg e.V. fand erneut eine Ehrung für Christa statt.
Im Namen des Württembergischen Sportbundes überreichte Prof. Paul Hempfer, WLSB-Vizepräsident, der langjährigen und engagierten Judo-Trainerin, Jugend- und Abteilungsleiterin  die Ehrennadel in Silber.



Bei den U17 Landesmeisterschaften 2004 in Ilsfeld wird Christa vom
WJV Vizepräsidenten - Leistungssport, Gerd Lamsfuß, der 6. Dan verliehen.
 

Ehren-Dan für Christa Hoffmann

Nicht nur der Deutsche Judo-Bund hatte anlässlich seines 50-jährigen Bestehens Grund zum Feiern. Nachdem der Ehrenrat des Deutschen Judo-Bundes Ende 2003 in Lübeck zusammentrat um verdienstvolle Judoka auszuzeichnen, erreichte auch eine Botschaft die Judo Trainerin
des KJC Ravensburg. Als Pionierin des Judo-Sports erhält Christa Hoffmann, den Ehren-Dan des Deutschen Judo-Bundes (rot-weißer Gürtel).
Dies ist gegenwärtig der höchste von Frauen erreichte Meistergrad.
Schon 1966  begeisterte Christa Hoffmanns erster Trainer, der Franzose Monsieur Petri in Kehl/Straßburg, das junge Mädchen für Judo.
Diese Begeisterung ist bis heute nicht erloschen.
1968 wurde Christa Mitglied im Freiburger Judo Club und begann gleichzeitig ihre Ausbildung im Kindergärtnerinnen Seminar in Freiburg.
Als Frau Judo zu praktizieren war zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit. Christa hatte mit allerhand Vorurteilen zu kämpfen und gehört
zu den Pionierinnen des Frauen-Judo. Ihre Erfahrungen aus dieser Zeit erforderten enorm viel Durchhaltevermögen und Beharrlichkeit.
Denn erst 1970 hob der Deutsche Judo-Bund das Verbot für Frauen-Judo-Wettkämpfe auf und ermöglichte die 1. Deutsche Judo Meisterschaft
in Rüsselsheim, an der Christa teilnahm.
Dass die männlichen Judoka das Frauen-Judo belächelten machte diesen Weg nicht gerade einfacher. Auch von der anfänglich herablassenden
Art der männlichen Judoka ließ sie sich nicht beirren.
Aufgrund des großen Teilnehmererfolges wurden Judo-Meisterschaften für weibliche Judoka nunmehr zum festen Bestandteil innerhalb des DJB.
Um sich neben ihrer Ausbildung im Kindergärtnerinnenseminar den Weg des Judo finanzieren zu können, verdiente sich Christa Hoffmann mit Dienstleistungen in sozialen Einrichtungen das notwendige Taschengeld. Die Trainingsbedingungen waren hart.
Nach dem tödlichen Absturz beim Alpin-Klettern der ebenfalls leistungsorientierten Trainingspartnerin, mußte sie sich als einzige weibliche
Judoka im Training der Männerkampfmannschaft behaupten. Erst nach der Fernsehübertragung ihres Finalkampfes bei den Süddeutschen Meisterschaften 1972, damals war Frauen-Judo noch  eine Sensation, erhielt sie bei den folgenden Meisterschaften national und international Betreuerunterstützung. Sie nahm das Ehrenamt der Frauenwartin an, um im Badischen Verband das Frauen-Judo mit voranzutreiben.
Nach ihrem beruflichen Anerkennungsjahr erhielt sie 1972 eine Anstellung im ersten Deutschen Modellsportkindergarten in Freiburg.
Schwimmen, Turnen, Rollschuhlaufen vormittags mit den Kleinen, nachmittags Trainerin und Schulleiterin im Großverein der gegründeten Judo-Freizeitschule mit wöchentlich 20 Stunden aktiver Lehrarbeit. Heute ist einer ihrer ehemaligen Schüler Trainingsleiter.
1974 änderte sich der berufliche Lebensweg von Christa Hoffmann. Sie gab die Kindergartentätigkeit auf, um ihren Judoweg noch mehr zu intensivieren. Das führte zur Trainer Lizenz, Übungsleiterin im Schul- und Behindertensport, zur Landeskampfrichterin und zu Dan Prüfungen.
Die Liebe zur Jugendarbeit in Lehre und Praxis ist für sie Beruf und Berufung.
1975 zog sie nach Baden-Baden und gründete eine Sport- und Judoschule. Kinder von Prominenten und Fernsehstars ließen sich von ihr in der Judo-Selbstverteidigung unterweisen.
1977 gehört sie zum ersten A-Lizenz Trainerstab des Deutschen Judo-Bunds. Im selben Jahr erhält sie von Alfred Rhode, dem Mitbegründer
des 1. Judo-Vereins in Deuschland, einen rot-weißen Gürtel mit Autogramm und den Worten des damals 80-jährigen:

„Mögest du ihn selbst einmal tragen!“

Nach 26 Jahre ist dieser Wunsch in Erfüllung gegangen.

Der Gürtel, der inzwischen eine ideelle Kostbarkeit darstellt, wird in einem Lackkästchen aufbewahrt.  Zusammen mit einer Autogrammsammlung hochgraduierter nationaler und internationaler männlicher Judo Pioniere, ist er auch eine Erinnerung an einige inzwischen verstorbener Vorbilder.
1982 legte Christa Hoffmann als erste Frau Deutschlands die Prüfung zum 5. Dan und höchsten Meistergrad ab der durch Prüfung erreicht werden kann (fünfter schwarzer Gürtel).
1983 wechselte sie vom Badischen Judo-Verband nach Württemberg und begann 1984 mit dem Aufbau der Judo-Abteilung des KJC Ravensburg e.V., der Karate Hochburg mit Bundestrainer Günter Mohr.
Als Judo-Abteilungsleiterin und Trainerin aller Altersklassen im Breiten- und Leistungssport erfährt die Judoabteilung einen starken Mitgliederzuwachs. Ihr unermüdliches Engagement für ihre „Judo-Kids“ erntet Preise auf Landes- und Bundesebene. 1991 wird der KJC Stützpunkt einer Judo-Fördergruppe in Baden-Württemberg. Aus einem Umkreis von 60 km kommen die Nachwuchstalente der Vereine regelmäßig zum Stützpunkt-Training. Die optimalen Trainingsmöglichkeiten im KJC machen ein erfolgreiches Kooperationsprogramm Schule/Verein möglich, das bis auf Bundesebene mit Erfolgen gekrönt ist. Ihr unermüdliches Engagement zahlt sich aus. Seit 10 Jahren begleitet sie auch das Ehrenamt als stellvertretende Prüfungsreferentin im Judo-Verband.
1995 wurde sie bei der Sportlerehrung der Stadt Ravensburg für ihren Verdienst als Ehrenamtliche Sportfunktionärin geehrt.
1996 und 1997 war sie Landestrainerin der Frauen U17.
1997 reist sie mit Karate Bundestrainer Günter Mohr und einer deutschen Delegation nach Japan in das Ursprungsland des Judosports.
1999 wurde sie mit der goldenen Ehrennadel der Württembergischen Sportjugend ausgezeichnet.
Im Jahr 2000 brannte das olympische Feuer in Sydney auch für eine Athletin deren Begeisterungsflamme für den Judo Sport von Christa Hoffmann, ihrer ersten Trainerin entfacht wurde. Auch in Athen wird Uta Kühnen, die Drittplatzierte der Weltrangliste, erneut unter der Olympischen Fahne kämpfen.

Im Laufe ihrer langen Trainertätigkeit durfte Christa Hoffmann viele junge Menschen auf ihrem Lebensweg mit Freundschaft, Wertschätzung
und Dankbarkeit begleiten.
Mit folgendem Zitat und einer Einladung auf ein Wiedersehen in Japan, verabschiedete sich eine talentierte KJC Nachwuchskämpferin von ihrer Trainerin.

„... wenn man in eine junge Seele edle Bildung säht, dann sprosst das und bleibt das ganze Leben hindurch und weder Regen noch Dürre kann
es vernichten.“

Die Wurzel der Lebensschule liegt nicht allein in der sportlichen Ausübung sondern in der Schulung des Bewußtseins. Darin liegt die Meisterung seiner selbst und die Weisheit. Die Probleme des Lebens, die Höhen und Tiefen sind für jeden verschieden. Höhen und Tiefen, Sieg und Niederlage müssen durchlaufen werden, Freud und Leid ertragen und jeder braucht seine eigene Methode um sie zu lösen. Niemand kann ein wirklicher Meister werden, wenn er nur die ausgetretenen Pfade geht, philosophiert die 6. Dan Trägerin.

Doch wo schöpft die Trainerin Kraft? Was macht sie in ihrer Freizeit?
Da gibt es noch einen Ehemann mit dem sie seit 20 Jahren verheiratet ist.
Obwohl nicht Judoka, zeigt der Sportkinesiologe Verständnis für ihre ständigen Wochenendeinsätze. Auch er wird oft mehrere Tage und Wochen
in ein Trainingslager von Europa- Welt- und Olympia-Athleten auch anderer Sportarten gerufen.
In den gemeinsamen Ferien werden die Rucksäcke gepackt, Bergzelt und was man eben so braucht um in der Bergwelt Natur pur zu erleben. Weitwanderungen sind ihre Passion, z.B. die Überquerung der französischen Pyrenäen vom Atlantik zum Mittelmeer mit 800 km. Zusammen
haben sie schon über 6.000 km zu Fuß durchwandert und die Ruhe und Zweisamkeit bei diesem Ausdauertraining genossen.

Was bedeutet Judo? Worin liegt die Faszination dieses Sports?
Fragen, die immer wieder gestellt und zum Verständnis des Lesers geklärt werden sollen.

Judo Historie.

08.05.2012

Das Wort Judo setzt sich zusammen aus den japanischen Begriffen Ju, bedeutet edel, vornehm, sanft und Do, bedeutet der Weg, der Grundsatz, das Prinzip.
Der Begriff Judo ist also zu übersetzen mit „sanfter Weg“, oder „die Kraft durch Weichheit besiegen“.
Der Begründer des Judo, Prof. Jigoro Kano, entfernte 1884 aus der ursprünglichen Kriegskunst die der Selbstverteidigung dienenden gefährlichsten und schmerzhaftesten Techniken und verbesserte dafür die für einen sportlichen Zweikampf notwendigen Angriffs- und Verteidigungselemente.
Für den Judo-Sport hat Jigoro Kano zwei Prinzipien formuliert, die verhindern, dass Judo in einen simplen Kräftevergleich ausartet. Diese Prinzipien machen diese Sportart zu einer Kulturform des Kämpfens.
Das technische Prinzip „Siegen durch Nachgeben“, ist als Prinzip vom größtmöglichen Nutzen und von der größten Wirksamkeit mit gleichzeitig kleinstem Kraftaufwand zu verstehen. Wer dieses uralte Prinzip beherrscht, kann mit geringem Kraftaufwand einen stärkeren Angreifer besiegen.
Besonders aber das ethisch – moralische Prinzip wird den Forderungen der modernen Sportpädagogik gerecht und versucht, neben motorischen auch soziale, emotionale und kognitive Ziele zu verwirklichen. Das Studium des Judo umfasst Wissenschaft, Kunst, Ethik und Philosophie.
Der Grundsatz vom gegenseitigen Helfen zum allgemeinen Wohlergehen ist die wichtigste und soziale Leitlinie des Judo und gibt wertvolle pädagogische Möglichkeiten im Sinne der Gewaltprävention. Wettkämpfe sind ein Teil des Trainings und sollen das Niveau der technischen Fertigkeiten überprüfen. Daher gehören Erfahrung und Wissen zusammen und der Wettkampf bedeutet „Gegeneinander in der Technik, verbunden im Geist.“
Es mag sein, dass Siegen wollen das Ziel eines jeden Sports ist. Aber sein Wert und Adel liegen in der Qualität neidloser Anerkennung menschlicher Errungenschaften, gegenseitiger Achtung und Kameradschaft wie sie zwischen Sportlern angestrebt werden.
Prof. Kano trug als Erziehungsminister Japans entscheidend dazu bei, dass Judo als Fach in japanischen Schulen unterrichtet wurde.
Die Überlegenheit des neuen Systems und die Persönlichkeit Prof. Kanos ist für die schnelle Verbreitung des Judo auf der ganzen Welt verantwortlich.
1905 wurde das 1. Europäische Judo-Dojo (Trainingszentrum) in Paris gegründet und 1922 das 1. Deutsche Dojo  in Frankfurt a. M..
Als Prof. Kano 1938 starb, wurde Judo bereits in 50 Nationen ausgeübt. Die Nominierung des Judo als olympische Disziplin 1964 in Tokio,
war Japans größter Verdienst um die Sportart Judo.
1992 wurde auch Judo für Frauen ins Olympia-Programm aufgenommen.

Je länger man Judo ausübt, desto mehr erhalten geistige Dinge eine Bedeutung. Vom Anfänger zum Meister und vom Meister wieder zum Anfänger. Man lernt nie aus. Der Kreis schließt sich. Die Gürtelfarben der Schüler und Meistergrade symbolisieren dies. Vom weißen Anfängergürtel farblich immer dunkler werdend bis zum braunen Gürtel der Gesellenprüfung geht es über die fünf Dan Meistergrade mit den schwarzen Gürteln zu den Ehren-Dangraden welche rot/weiß und rot den Judo-Weg aufzeigen. 10 Dan Grade gibt es. Obwohl Frauen in Deutschland seit über 40 Jahren auf den Tatamis (Judomatten) ums Mitmachen kämpften, ist das Judo eine Männerwelt. Während es in Deutschland inzwischen zwei 9. Dan Grade gibt, ist die höchste Graduierung bei den Frauen der 6. Dan und davon sind es nun seit Dato
gerade Mal fünf Frauen die den Ehren-Dan verliehen bekommen haben.
Christa Hoffmann wünscht allen weiblichen Judoka Ausdauer und die Kraft um auf ihrem Weg des Judo nicht aufzugeben. Mit diesem Bericht möchte sie allen Judoka Anregungen geben darüber nachzudenken, was Judo für alle sein kann und sein sollte. Ein Sport sicherlich!
Aber ganz sicher auch ein Weg, durchs Leben zu gehen.

Mit der Judo-Etikette, die den Judo-Sport von den anderen olympischen Sportarten unterscheidet, verneigt sich Christa Hoffmann mit
Dankbarkeit und Respekt vor dem für sie noch lebendigen Geist Prof. Kanos, den Regeln und der Philosophie des Judo, ihrem ersten
Trainer und weiteren Lehrern auf ihrem Weg, ihren Sportkameraden und Gönnern, den vielen ihr anvertrauten Judoka und all denen die
ihr die große Ehre zuteil werden liesen.

1

Im Namen der Württembergischen Sportjugend überreichte Prof. Paul Hempfer, WLSB-Vizepräsident, der langjährigen und engagierten Judo-Trainerin, Jugend- und Abteilungsleiterin sowie Fördergruppen- und Landestrainerin 96/97 die Ehrennadel in Gold.
Im Kreis ihrer Schützlinge wird vor allem ihr konsequentes Fair-Play geschätzt, das sie gleichermaßen vorlebt wie auch in ihrer Erziehung weitergibt.

2

Anlässlich der Sportlerehrung der Stadt Ravensburg wurden 1995 auch verdiente Sportfunktionäre ausgezeichnet. Eingerahmt von Oberbürgermeister Hermann Vogler  und dem Vorsitzenden des Stadtverbandes für Leibesübungen Rolf Engler.
Das Interview

Gutes Judotraining bildet Kinder
                                     nicht nur sportlich sondern auch menschlich.

Annika Golz im Gespräch mit Christa Hoffmann

Christa Hoffmann, die Trainerin des KJC Ravensburg ist eine Trainerin von besonderer Art. Sie trägt den 5. Dan, das ist der höchste schwarze Gürtel den man mit einer Prüfung erreichen kann.
Sie ist langjährige Judo- und Fördergruppentrainerin der ARGE in Baden Württemberg und wurde mit der goldenen Ehrennadel wegen ihres vorbildlichen Unterrichts und Engagement vom WLSB ausgezeichnet.

Sie war die erste Trainerin von Uta Kühnen, die bei Olympia in Sydney
in der Gewichtsklasse bis 78 kg startete und knapp die Bronzemedaille verlor.

Annika Golz hat mit Christa Hoffmann folgendes Gespräch geführt:

A.G.: Liebe Frau Hoffmann, Sie sind eine leidenschaftliche Judotrainerin. Warum unterrichten Sie gerade Judo?

C.H.: "Judo hat mich als Kind schon fasziniert. Mein erster Trainer, Monsieur Petri aus Frankreich, war für mich ein großes Vorbild. Er unterrichtete nach den zwei Prinzipien wie sie Professor Kano der Gründer des Judo Sportes formulierte:

Das technische Prinzip:

Siegen durch Nachgeben. Wer dieses Prinzip beherrscht, kann mit geringem Kraftaufwand einen stärkeren Angreifer besiegen. Das hat mich sehr beeindruckt.

Das moralische Prinzip:

Gegenseitiges Helfen und Verstehen.
Beim Judo wird nicht gegeneinander, sondern miteinander trainiert. Zwangsläufig werden soziale Eigenschaften wie Kooperationsfähigkeit, Mitverantwortlichkeit, Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft ausgebildet.

Es waren sehr wertvolle Erfahrungen, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben und die ich heute, nachdem ich selbst Trainerin bin, an meine Schüler verantwortungsvoll weitergebe."

"Siegen durch Nachgeben, nicht gegeneinander
                                                              sondern miteinander trainieren!"

A.G.: Was unterscheidet Judo von den anderen Kampfsportarten?

C.H.: "Jetzt muß ich wieder auf die zwei Prinzipien zurück kommen. Wenn Judo nicht nur zum Leistungssport degradiert wird, sondern in der Tradition des Judosportes die wichtigen Grundgedanken tragende Säulen bei der Ausbildung sind, ist der Judosport ein Erziehungssystem par exellence.
Höflichkeit, Bescheidenheit, Aufrichtigkeit, Respekt, Mut, Selbstkontrolle und Freundschaft können durch den Judosport vermittelt werden."

"Nicht schlagen, treten und zerstören, den Partner besiegen aber erhalten."

A.G.: Was ist für Sie persönlich das Wichtigste das Sie Ihren Judokas beibringen wollen?

C.H.: "Bei den Anfängern in der Grundausbildung ist es hauptsächlich das moralische Prinzip, das beim Erlernen der Techniken beispielhaft erlernt werden kann.
Beim Fortgeschrittenen setze ich das nötige Verantwortungsbewusstsein voraus, um anspruchsvolle und schwierige Techniken ausführen zu können. Das Ziel ist aus dem Fortgeschrittenen einen mündigen Athleten zu machen mit Eigenverantwortlichkeit in Hinblick auf das spätere Leben. Leistung und Humanität, Sieg und Moral, Erfolg und persönliches Glück sind nicht nur miteinander vereinbar, sondern sind auch gegenseitig bedingend.
Ich bemühe mich, den Trainierenden alle wichtigen Informationen zur Entwicklung und Optimierung ihrer Leistungen weiter zu geben. Das Interesse meiner Athleten, ihre Gesundheit und ihr Glück stehen über jeglicher Erfolgsziele. Es gibt sicher Trainer, die es anders machen und schneller erfolgreich sind."

"Die Würde des Menschen hat im Training
                                                              und Wettkampf immer Vorrang."

A.G.: Was denken Sie, ist an Ihnen so einmalig, dass alle Menschen Sie mögen?

C.H.: "Jeder Mensch ist einmalig und mögen tun mich bestimmt nicht alle. Manche Menschen bringt meine Gelassenheit und Ruhe auf die Palme. Sie merken erst später, dass sie im Unrecht waren. Wie in der Politik und im Beruf, so auch im Sport sind es immer die Frauen, die das Mehrfache leisten müssen um den selben Status wie männliche Kollegen zu erhalten. Was meine Schüler betrifft, werde ich ihnen immer auf der Matte und im sonstigen Leben mit Freundschaft begegnen. Unabhängig von ihrer Hautfarbe, sozialer Herkunft, Religion, politischer und sonstiger Überzeugung werde ich sie gleich und fair behandeln, ihnen also mit Liebe begegnen."

"Liebe erzeugt Liebe."

A.G.: Stichwort Japan - das Herkunftsland des Judosportes. Wird dort anders trainiert ?

C.H.: "Ja und Nein. Die Mentalität ist anders wie die eines Europäers. Ein Japaner weiss, dass es leichter ist, tausend Dinge halb zu tun, als auf einem Gebiet Meister zu werden. Er trainiert eine Technik so lange und unermüdlich, bis sie perfekt ist. Mit geistigem Willen macht er etwas Unmögliches möglich. Dem westlichen Judoka fehlt dazu die Geduld. Es muss immer etwas Neues geboten sein, sonst ist es für ihn langweilig.
Ein Trainingsanreiz sind bei uns die Gürtelfarben. In Japan gibt es keine farbigen Gürtel. Ein japanischer Judoka trägt so lange den weißen Gürtel, bis er auf dem Stand eines Braungürtels ist und diesen von den Meistern anerkannt bekommt. Japaner verstehen es, exzellente Techniken im Wettkampf zu präsentieren. Einige Zeit herrschte das Kraft-Judo des Ostblocks vor, das meiner Meinung nach den Judosport in den Medien unattraktiv machte. Heute sind wir wieder auf dem besseren Weg."

A.G.: Bei der Olympiade in Sydney hat eine ehemalige Schülerin von Ihnen teilgenommen. Waren Sie enttäuscht, dass Uta Kühnen keine Medaille nach Hause gebracht hat?

C.H.: "Nein.
Sie wollte eine Medaille und sie war auch eine Medaillenhoffnung für den deutschen Judo Bund. Ich drückte ihr von ganzem Herzen die Daumen, dass ihr steter Trainingsfleiß mit Olympischer Medaille gekrönt wird. Es sollte nicht sein. Vielleicht in vier Jahren in Athen. Wer weiß? Jetzt muss sie erst einmal ihr Studium beenden, das sie durch die Olympiavorbereitung in die Länge gezogen hat. Für mich war es ein wunderbares Gefühl, dass der Geist des Judo in einem meiner Schüler zum höchsten Wettkampferlebnis - der Olympiade geführt hat."

A.G.: Ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

                                                                         Annika Golz

 

Das Weiche besiegt das Harte,
das Schwache triumphiert über das Starke.
Das Geschmeidige ist stets dem Unbeweglichen überlegen.
Das ist das Prinzip der Beherrschung der Dinge,
indem man sich mit ihnen in Einklang bringt,
das Prinzip der Meisterschaft durch Harmonie

 (Lao Tse)


 

Alles was Lebensspender über Leukämie wissen sollten.

© Christa  Hoffmann